EnergieHaus PLUS

EnergieHaus PLUS
23
Okt

 

Auf dem Frankfurter Riedberg hat die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt unter der Leitung ihrer Tochter NH ProjektStadt das erste Mehrparteienhaus im Effizienzhaus Plus Standard errichtet.

Die vom Gebäude generierte, überschüssige Energie wird zum Beispiel durch Elektrofahrzeuge genutzt, wobei eines davon im Car-Sharing-betrieben wird. Auch Pedelecs (E-Fahrräder) können mit Energie versorgt werden. Entworfen hat das Mehrfamilienhaus Prof. Manfred Hegger mit seinem Kasseler Büro HHS Planer + Architekten AG.

Das Gebäude produziert rund 40 Prozent mehr Strom, als es selbst verbraucht. Dieser Überschuss lädt unter anderem Elektromobile in der hauseigenen Tiefgarage auf. Das Mobilitätskonzept ist in besonderem Maße nachhaltig. Theoretisch reicht die zur Verfügung stehende Strommenge, damit zehn Elektromobile jeweils  14.400 Kilometer im Jahr fahren können. Zukünftige Mieter können also auch auf ein eigenes Fahrzeug verzichten und Car-Sharing-Fahrzeuge oder die fußläufig erreichbare U-Bahn-Verbindung nutzen.

Es werden außerdem keine Energieträger verbrannt, um zum Beispiel Wärme zu produzieren. Der Strom wird über die hauseigenen Photovoltaikmodule erzeugt. Damit versorgt sich das Gebäude nicht nur selbst mit Energie, sondern ist auch noch frei von jeglichen CO2-Emmissionen. Die Photovoltaikmodule sind in das um zehn Grad geneigte Dach und in die Südfassade des Gebäudes integriert. Für die Elektrogeräte in den Haushalten, Warmwasser, Heizung / Wärmepumpe und Lüftung, entsteht ein Stromverbrauch von 62.000 kWh/a. Die Mieter werden bei der Anschaffung von modernen Haushaltsgeräten des Energieeffizienzlabels A+++ unterstützt. Der rechnerische Überschuss von 24.500 kWh/a steht der Elektromobilität und anderen Anwendungen im Hause zur Verfügung. Um möglichst viel des selbst produzierten Solarstroms nutzen zu können, wird er auch in einer 60 kWh-Batterieanlage für ertragsarme Zeiten wie Früh- und Abendstunden gespeichert

Ergänzt werden die Photovoltaikmodule auf dem Dach und an der Südfassade um einen unterirdischen Eisspeicher. Er liegt nur etwa einen Meter unter der Erde. Der Eisspeicher nutzt die hohen Energieerträge beim Phasenübergang von Wasser zu Eis. Die Wärmeversorgung funktioniert auch, wenn die Temperaturen mal längere Zeit unter den Gefrierpunkt fallen sollten. Die Gebäudeform sowie die Kompaktheit des Baukörpers und seine Ausrichtung sorgen dafür, dass Tageslicht, natürliche Lüftung und Sonneneinstrahlung optimal genutzt werden können. Die Gebäudehülle entspricht den Anforderungen des Passivhaus-Standards. Eine mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung reduziert Wärmeverluste im Winter und erhöht den Wohnkomfort. Die natürliche Lüftung über die Fenster bleibt auch hier jederzeit möglich.

Die Baukosten von rund 5,1 Millionen Euro liegen um etwa 30 Prozent über denen eines herkömmlich nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung errichteten Gebäudes. Neben der Wohnungsbauförderung durch das Land Hessen und die Stadt Frankfurt kommen weitere Fördermittel des Bundesbauministeriums für Modellhäuser hinzu, die den Effizienzhaus-Plus-Standard erfüllen, sowie Mittel aus dem KfW-Programm Energieeffizient Bauen. Voraussetzung für die Fördermittel ist eine zweijährige wissenschaftliche Begleitung des Projekts.

Die Wohnungen am Riedberg sollen für durchschnittlich 13 Euro pro Quadratmeter vermietet werden, die zukünftigen Mieter erhalten allerdings die ersten 1.000 kWh kostenlos.

Projekttyp: Mehrfamilienhaus
Standort: Frankfurt Riedberg, Deutschland
Bauherr: Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt
Schlagworte: Aktivhaus, E-Mobilität. erneuerbare Energien

 

Fotoquelle: Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft

Fotoquelle: Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft

Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft

Fotoquelle: Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft

 

 

 

 
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